Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Jedesmal bevor ich den Film wiedersehe nehme ich mir vor: Diesmal werde ich ihn besser verstehen als beim Letzten mal. Doch am Ende habe ich nur wieder das hartnäckige Fragezeichen über meinem Kopf schweben. Aber eines ist mir jedes mal vorher schon klar: Es erwarten mich 2 ½ Stunden Kinogeschichte Pur. Und wie all die Male zuvor gebe ich mich voller Leidenschaft der Kunst des Meisters hin.
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| Die Geschichte | Der Film beginnt in jeder Zeit als die Menschen sich noch kaum von den Affen unterschieden, kreischend verteidigen sie ihr Wasserloch gegen einen fremden Affenstamm, oder bangen Nachts um ihr Leben wegen gefährlichen Raubtieren, nach einer solchen Nacht finden sie einen mysteriösen Quader Monoliten vor ihrer Höhle, irgendwie stimuliert dieser ihren Verstand so erlernen sie wie sie sich mit Hilfe von Werkzeugen wehren können. Mittels eines der bekanntesten Schnitte der Kinogeschichte verschlägt es uns nun in die Zukunft, in dem unser gereifter Verstand auch konstruktive anstatt destruktive Resultate erzielen konnte, wie man sehr gut an den fast schon tanzenden Raumschiffen erkennen kann. Wir treffen Dave, welcher mit seiner 6 köpfigen Mannschaft auf einer streng geheimen Jupitermission welche in Zusammenhand mit dem Monoliten steht den man auf einem Mond wiedergefunden hat. 3 Männer der Crew sind im Tiefschlaf, und das 6. Besatzungsmitglied ist HAL. Ein Supercomputer, welcher die Fähigkeit zum selbstständig denken und empfinden programmiert wurde. Als HAL ein Fehler unterläuft gerät eines nach dem anderen aus dem Lot. Ein Kampf zwischen Mensch und Maschine beginnt…. |
| Die Figuren | Ich würde lügen wenn ich schreiben würde dass die Figuren sonderlich viel Tiefe haben. Aber im Gegensatz zu anderen Filmen stört diese Bewusste steril Haltung hier nicht. Im Gegenteil wäre Dave zu genau gezeichnet könnte “Die Menschheit” sich unter Umständen am Ende nicht mehr so mit ihn Identifizieren und genau das soll sie doch. |
| Die Erzähl-Struktur | Banal gesagt zeigt der Film die Antworten auf die Drei Ewigen Fragen der Menschheit: Woher kommen Wir? Wer sind wir? Wohin gehen Wir? Die Antwort auf letzteres ist allerdings EXTREM Interpretationslastig, Jeder wird sich daraus eine andere Antwort basteln. Darüber hinaus liebt es der Film sich Zeit zu lassen. Laaaange Kamerafahrten, lange Einstellungen in denen nicht passiert, kaum Dialog. Und diese Weise ist für diesen Film die absolut Richtige. Schnell geschnitten hätte es 2001 NIE zum Klassiker gebracht. So ist er unsterblich! |
| Aussage | Abgesehen von den 3 ewigen Menschheitsfragen stellt der Film noch andere. Sehr auffallend die schon erwähnte “Wie nutzen wir unsere Potenziale?” Erschlagen wir jemanden anderen mit einem Knochen oder erschaffen wir etwas was der Menschheit dienlich ist, wie zum Beispiel ein Raumschiff? Und die Frage, was ist wenn Computer von uns lernen zu empfinden? Was geben wir an sie weiter? Fleiß? Gründlichkeit? Höflichkeit? Und auch Stolz? Angst? Egoismus? Egal, was jedenfalls feststeht ist dass der Film sehr viel Stoff bietet über den mag sich die Köpfe zerbrechen kann! |
| Das Besondere | Wenn einem die Vorangegangenen Gründe noch nicht genug sein sollten, bietet der Film darüber hinaus kongeniale Spezialeffekte welche selbst Heutzutage in der Ära der Digital FX noch verblüffen und faszinieren können. Stimmungsvoll eingesetzte Musik. Großartige Aufnahmen und Kamerafahrten, die Hamsterrad-Jogging Szene zum Beispiel. |
| Was hätte man besser machen können | Es ist immer schlecht einen SciFi Film in naher Zukunft anzusiedeln weil es eben meistens bzw. niemals so tatsächlich kommt, siehe auf Terminator 2 oder Die Klapperschlange, so wirkt der Film eben nach 2001 irgendwie seltsam, aber lassen wir diesen Punkt mal Beiseite. Das einzige was mir aufgefallen ist was ich als etwas störend empfand waren die roten Stühle im weißen Raum in dem mit den 3 Russen geplaudert wurde. Das groovy Design trägt ein wenig zu demonstrativ den Stempel “60ger Jahre”. Ich dachte jeden Moment hüpft Austin Powers ins Bild und schreit “Yeah Baby!” |
| Meine Lieblingsstelle | Sämtliche schon beschriebene Szenen, dazu gehört das gesamte Opening mit den Affen, der Knochen/Raumschiff Schnitt, die Stift-Szene, die Hamsterrad-Jogging Szene, das unbarmherzige Duell mit HAL, der LSD Farbentrip und das Ende. |
| Fazit | 2001 war, ist und bleibt eines der größten filmischen Meisterwerke. Kubrick hat fast nur brillante Filme gemacht, und dieser ist einer seiner absoluten Höhepunkte. Qualitativ so zu beeindrucken und dennoch noch den Interpretationsfreiraum eines Arthaus Films zu bieten das ist ganz große Kunst! |
| Wertung | 5 von 5 Punkte |