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Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!

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Das siebente Siegel

http://www.museumsjournal.de/pix/upload/2010121441_1.jpg

Erwartungen

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme! Und dabei sah ich ihn Gestern erst zum 2. Mal ! Und dennoch hat dieser Film schon nach den ersten 5 Minuten damals einen unauslöschlichen Eindruck auf mich gemacht. Ich will nicht schreiben dass das siebente Siegel Bergmans Meisterwerk ist, weil der Mann so viele Filme gemacht hat die diese Qualität problemlos auch erreichen, aber chronologisch gesehen von seinem Repertoir ist es sein erster Film der mich wirklich UMGEHAUEN hat. Seine früheren waren nicht schlecht bis ziemlich gut aber  mit diesem Werk erreichte er einen seiner vielen Höhepunkte. Ansehen!

 

 

 

Die Geschichte

Ein Ritter kehrt von den Kreuzzügen nach Hause,  die Pest hat sich inzwischen in seiner Heimat breit gemacht. Und ehe er es sich versieht steht schon der Tod vor ihm. Aber er ist noch nicht bereit zu sterben, die Zweifel in seinen Herzen lassen ihn keinen Frieden finden, er ist gewillt noch etwas zu erfahren bevor seine zeit gekommen ist, so fordert er den Tod zu einer Partie Schach heraus, solange diese dauert darf er am Leben bleiben, und sollte er gewinnen ist er frei und kann gehen…

Die Figuren

Man darf sagen das wir in diesem Film eine vielfältige Auswahl an Personen haben, gut gespielte wohl gemerkt. Neben den Gott suchenden Kreuzritter, haben wir einen zynischen Atheisten, ein junges Gaukler Paar, einen liebeskranken Schmied und seine untreue Frau, und ein furchterfülltes sich selbst geißelndes Volk und natürlich den Herrn Tod der nie weit entfernt ist.

Die Erzähl-Struktur

Der Film schafft die Balance zwischen fließenden Erzählrythmus und zerstreuender psychedelisch wirkender Bilderflut. Es wird zwischen der Figuren hin und hergeschnitten aber die Chronologie bleibt unangetastet. Der Film verwöhnt einem mit stimmungsvoll kalt und düsteren Schwarz/Weiß Aufnahmen begleitet von einen Gesang der nach einem Requiem klingt.

Aussage

Es sind nicht die Aussagen die den Film ausmachen sondern die Fragen die er stellt und die Beobachtungen über das menschliche Verhalten. Wie die Menschen mit der Furcht umgehen, oder wie wir uns den endgültigen Ende zuwenden und wie uns die Ungewissheit peinigt. Dennoch gibt sich der Film nicht zu nihilistisch denn er zeigt auch die Sonnenseiten des Lebens auf in Form von ungezwungenem Zusammensein bei einfachem Mahl und Trank wiederum in Form von frisch gemolkener Milch und Bergmans Fetisch Nummer Eins: Wilde Erdbeeren - Mahlzeit!

Das Besondere

Man bekommt hier im Minutentakt das knatternde Banner der Wahrhaftigkeit um die Ohren gedroschen ohne dass es lästig oder ermüdend wird! Dieser hoch intellektuelle Film massiert einem das Gehirn und füllt es einem mit Weisheit und Essenziellen Grundfragen des menschseins, bringt einem zwischendurch zum Lachen und entlässt mit wohligem Gefühl. Der Film hat eine Arbeit verrichtet, er schrie Fragen und Zweifel die uns Denker belastete hinaus, er maßt sich nicht an uns Antworten aufzutischen aber schon alleine das er für uns gesprochen hat erzeugt dieses befriedigende Gefühl.

Was hätte man besser machen können

Nix. Punkt aus.

Meine Lieblingsstelle

Alle Szenen mit Max von Sydow, dem Zyniker, dem Tod und das Ende.

Fazit

Was bleibt mir noch mehr zu sagen. Dass der Film das Herz eines jeden seriösen Cineasten höher schlagen lässt sollte eigentlich genügen um zu wissen dass man ihn einfach sehen muss. Aber auch für nicht-Kino-Freaks wäre es durchaus empfehlenswert sich Werken wie diesen zu zu wenden und mal das Niveau-vertilgende RTL, ATV und Müll dergleichen wegzulassen!

Wertung

                                                      5  von 5 Punkte

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