Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Ah! Der neue Film von Lars van “ich bin ein Nazi” Trier, freue mich immer sehr wenn er was neues rausbringt. Seinen letzten Antichrist mochte ich ja nur zur Hälfte, und zwar die erste, die war mutig, kunstvoll und emotional nachvollziehbar. Die zweite rutschte dann ins platte Horrorgenre ab und passte somit nicht mehr zum Rest des Films. Egal auf zum neuen Streifen.
|
|
|
|
| Die Geschichte | Justine heiratet, sie wirkt glücklich, aber der Schein trügt, in Wahrheit leidet sie an einer krankhaften Traurigkeit, welche sie auch nicht lange unterdrücken kann und so endet der Abend darin dass sie ihre eigene Hochzeit sabotiert. Anschließend ist sie ein komplette Wrack, ihre Schwester versucht sie wieder auf die Beine zu bekommen. Doch über ihren Köpfen zeigt die wahre Bedrohung ihr Antlitz. Ein Planet Namens Melancholia kommt der Erde bedrohlich nahe… |
| Die Figuren | Es dauert seine Zeit bis man die Figur vor allem die von Kirsten Dunst (welche ja bekanntlich ausgezeichnet spielte) versteht. Sehr gut auch ihre besorgte Mutter und die zynische Mutter. |
| Die Erzähl-Struktur | Wie so oft startet Trier auch hier wieder mit einem kunstvollem Prolog, in denen er mit Highspeed Kamera experimentiert und Aufnahmen von einer gemäldeähnlicher Schönheit einfängt. Die Kapitel reduziert er allerdings diesmal nur auf 2, welche aus den Blickwinkel der beiden Schwestern gezeigt werden. Nie war ein Weltuntergangsfilm so intim und gleichsam hübsch ins Szene gesetzt. |
| Aussage | Es ist weniger eine Aussage als eine interessante Beobachtung. Eine Frau die mit ihrem sorglosen Leben nicht im Geringsten zurecht kommt wandelt sich im Angesichts des Endes zu einer ruhig, gefügig und vernünftigen Person während die normalen Menschen in Panik geraten. Also die schlichte Aussage die man daraus entnehmen kann: Loslassen fällt im Falle von Resignation und Depression leichter. |
| Das Besondere | Erstens der Mut einen apokalyptischen Film zu machen und sich nicht in zerstörungs- Effekten zu suhlen sondern wunderschöne fast schon sehnsüchtig verträumte Aufnahmen zu liefern und zweitens dabei nicht auf die tiefe der Charaktere zu vergessen. Und Dunst spielt so was von spitze, schade dass sie keine Oscarnominierung bekommen hat, sie hätte ihn absolut verdient! |
| Was hätte man besser machen können | Passt schon! |
| Meine Lieblingsstelle | Prolog. Justines Zusammenbruch und das radikale Ende! |
| Fazit | Vorweg, Melancholia ist nicht Triers bester Film sondern für seine Verhältnisse Mittelmäßig. Aber ich hatte einen netten Abend und war von zahlreichen Aufnahmen berauscht. Und von Dunsts Performence begeistert. Ein extrem außergewöhnlicher Weltuntergangsfilm. |
| Wertung | 4 von 5 Punkte |