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Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!

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Die Jungfrauenquelle

Erwartungen

Einer von Bergmans Besten wenn ich mich recht erinnere (und das tue ich)

 

 

 

Die Geschichte

Eine reiche und strengt gläubige Bauernfamilie schickt zu einem heiligen Feiertag ihre wunderschöne, jungfräuliche, leicht verzogene aber absolut sympathische Tochter zur Kirche um Kerzen abzuliefern. Doch am Weg dorthin geschieht es, das Mädchen wird von 3 Brüdern vergewaltigt, getötet und ihrer Kleider beraubt. Die Brüder machen sich vom Acker, und bitten wie es der Zufall will gerade im Haus der Bauernfamilie übernachten zu dürfen…

Die Figuren

Alle Figuren sind ausnahmslos großartig gespielt, Max von Sydow ist sowieso immer brillant also rede ich lieber von den anderen Charakteren, zum Beispiel die naive Tochter, die von der Gutheit der Welt überzeugt ist, so stark die Stelle nach ihrer Vergewaltigung in der sie versucht zu weinen aber sie innerlich dermaßen abgestorben ist dass ihr es kaum gelingen möchte, oder die Schwangere Magd, welche die fröhliche Leichtgläubigkeit der Tochter so was von aufstößt und ihr im Innersten ihr genau so ein Erlebnis vergönnt war. Oder auch die Rolle der Mutter. Die Szene wo die Verbrecher versuchen die Kleider der Tochter an sie zu verkaufen und man in ihrem Gesicht erkennen kann wie sie verfällt, weil sie begreift was gespielt wird. Oder der jüngste der Brüder welcher wegen den Schuldgefühlen seelisch zugrunde geht.

Die Erzähl-Struktur

Die Cinematografie ist nahezu Perfekt. Die Kamera fängt das Geschehen mit ästhetischer Sicherheit ein und vermittelt mit den Aufnahmen die Emotionen der Figuren besonders Machtvoll.

Aussage

Das ist nun der Punkt an dem man sich als Atheist oder auch nur als Agnostiker etwas schwer tut. Am Ende des Film gibt es ein “Wunder” quasi ein Zeichen Gottes, was vermutlich tröstlich sein soll, aber ist es das tatsächlich? Ich würde mich von einem solchen Zeichen “Hallo ich bin hier - war ich auch als das unrecht geschah und habs nicht verhindert aber da du trotzdem weiter an mich glaubst schick ich dir zum Dank jetzt dieses Zeichen” eher verarscht wenn nicht gar gefickt fühlen!

Das Besondere

Glaubensfrage hin oder her, das sei an dieser Stelle jetzt kein Thema. Es geht rein um den Film und der ist großartig. Wenn man bedenkt dass es Tausende Grindhouse Produktionen mit der eigentlich selben Handlung gibt würde man nie erwarten dass man sie so niveauvoll erzählt.

Was hätte man besser machen können

Mir wie gesagt ist nur das Ende etwas aufgestoßen, eben aus religiösen Zwist. Aber ich hätte keinen Vorschlag wie man es besser machen hätte können.

Meine Lieblingsstelle

Gibt fast nur Goldszenen in dem Film!

Fazit

Ein Rape and Revenge Film von Ingmar Bergman? Gibt’s doch nicht!!!! Doch! Und siehe es ist gut! Besser als gut, es ist ein Meisterwerk in dem Schauspiel und Inszinierung am Rande der Perfektion dargeboten wird. Auch wenn man sich eine mehr irdische Aussage wünscht man kann nicht anders als dem Film Respekt zu zollen. Er hat seinen Oscar redlich verdient. 

Wertung

                                                     (knappe) 5 von 5 Punkte

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