Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | In Gedenken an Susanne Lothar hab ich mir den Film wieder reingezogen. Es war damals das Erste Werk vom Haneke dass ich gesehen habe. Und man kann über den Film natürlich vieles sagen. Jetzt da ich ihn zum Zweiten Mal gesehen habe kann ich mir eine bessere Meinung davon bilden.
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| Die Geschichte | Haben sie vielleicht ein paar Eier für uns übrig? Mit dieser kleinen Bitte beginnt das ganze Horrorszenario welches einer dreiköpfigen Familie zum Opfer fallen wird. Denn bald stellt sich raus das ganze war nur ein kleines Spielchen (eines von vielen lustigen Spielchen) in Wahrheit wollen die beiden Burschen die Familie nur quälen… bis zum Ende, ohne jegliche Motivation, nur zum Spaß - Beängstigend! |
| Die Figuren | Der Film hat seine Intensität allein seinen Darstellern zu verdanken. Die Schauspielerische Leistung der Familie ist mitreißend. Die von den Killern wirkt eher aufgesetzt. Man merkt es sprachlich wenn Österreicher versuchen hochdeutsch zu sprechen, das kommt nicht authentisch rüber, trotzdem mimisch gesehen machen auch die eine gute Figur. |
| Die Erzähl-Struktur | Hier spaltet sich der Film. Einerseits will Haneke um die Gewaltverherrlichung zu kritisieren Richtung Uhrwerk Orange oder Freitag der 13. Und dergleichen gehen um eben Zuschauern einen kritischen Spiegel vorhalten zu können, aber das kann er nicht! Dazu hat der Michl kein Talent! Man hält nicht zu den Killern im Gegensatz zu den anderen genannten Filmen. Man hält zu der Familie und hofft dass sie endlich anfangen sich zu wehren und wäre froh wenn sie heil da rauskommen. |
| Aussage | Gewalt ist böööööse! Und wir alle die sich solche Filme ansehen sind schlecht! Das ist der Subtext welcher über dem gesamten Film schwebt und einem furchtbar auf die Nerven geht. Es gibt eine Stelle in der eine der Figuren etwas macht bei der man sich denkt “ja! Endlich kriegen die Schufte was sie verdienen” und auf diese Szene folgt eine andere in der sich Haneke frech und sichtbar ins Geschehen einmischt und das eben geschehene ungeschehen macht. Was soll das bitte? Jaaaa er wollte zeigen das man als Zuseher die Ausübung von Gewalt durchaus aklammiert. Na UND? Ist das verwerflich? Es handelte sich um einen längst überfälligen Akt der Selbstverteidigung. Das Zuseher sehen wollen das Gerechtigkeit triumphiert ist doch nicht eine solch überraschende Erkenntnis dass man das so demonstrativ in den Vordergrund rücken muss und sich damit noch den ganzen Film kaputt macht… |
| Das Besondere | Und genau das IST das besondere an dem Film. Er wäre auch ohne diese Inversionen besonders gewesen, aber so ist er eben besonders Besonders… und ich hasse ihn dafür! Ja, ich hasse den Film aber ich bewundere ihn! |
| Was hätte man besser machen können | Vielleicht hätte der Film für mich besser Funktioniert wenn man die Familie unsympathischer dargestellt hätte, also viel versnobter. Gesellschaftlich sind sie ja übere Mittelschicht, aber sie sind eben normale freundliche Leute. Wenn man das Ziel hat dass man sich mit den Killern identifiziert muss man darauf schauen dass man zu diesen einen besseren Draht hat. |
| Meine Lieblingsstelle | Die lange Ruhe nachdem *** **** ********** wurde. Brutalst realistisch inszeniert. |
| Fazit | Was für Oliver Stone Natural Born Killers ist, ist für Michael Haneke Funny Games. Geniale Schauspieler welche einem mitreißen. Enorm heftig wirkende Brutalität OBWOHL man sie eigentlich nie wirklich sieht aber welche einem als Zuseher psychisch fertig macht. Ein eigentlich spitzen Filmerlebniss welches sich selbst in den Fuß schießt und den Zuschauern den Stinkefinger zeigt. Eine zugegeben mutige Entscheidung die aber für mich nicht funktioniert und für die auch die Wertung im Endeffekt leiden muss! |
| Wertung | (knappe) 3,5 von 5 Punkte |