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Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!

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Im Zeichen des Bösen

 

Erwartungen

Ich sehe diesen Klassiker heute zum ersten Mal, vorweg ein paar Worte über meine bisherigen Eindrücke von Orson Wells. Ich bin einer der wenigen die Citizen Kane zwar mögen aber ihn bei weitem NICHT zu den Besten Filmen aller Zeiten zählen. Auch Wells Adaptionen von MacBeth und Othello fand ich gelungen und selbst aus dem faden Kafka Roman Der Prozess hat er einen interessanten Film gemacht. So eigentlich erwarte ich schon großes von diesem hoch gepriesenen Werk!

 

 

 

Die Geschichte

Ein Polizist wird Zeuge eines Sprengstoff Attentats in einer US/Mexikanischen Grenzstadt, so versucht er alles um seine amerikanischen Kollegen zu unterstützen, doch findet bald heraus dass die Methoden dieses legendären Ermittlers nicht die saubersten sind. Zeitgleich wird seine Frau von einer mexikanischen Gangster Gang festgehalten weil er ihnen zu oft schon auf die Füße getreten ist….

Die Figuren

Sehr gute Darstellung von Heston und Leight und extrem brillant die von Wells als trauriger, fetter, gebrochener Mistkerl. Auch die Nebenfiguren wie der Junge Mexi-Gangster oder der verstörte Nachtportier (der die Vorlage für Norman Bates in Psycho war) oder Marlene Dietrichs Gastauftritt hinterlassen einen bleibenden Eindruck.

Die Erzähl-Struktur

Gleich die erste Szene ist gleich ein Zuckerl für Cineasten, diese nämlich in Form einer langen Kamerafahrt ohne Schnitt inszeniert wurde. Geil wenn das schon so losgeht. Doch keine Angst, der Rest des Film findet Temporeicher statt und so sehen wir sehr oft Szenen aus eher ungewöhnlichen Einstellungen, wie es eben Wells gerne getan hat. Sehr gut auch gelungen die Kombination von Licht und Schatten, besonders in einem Noir Film kommt so was besonders gut an.

Aussage

Die Thematik wurde seither so oft wiedergekäut dass uns die Aussage “wenn man sich mit einer dreckigen Arbeit beschäftigt es durchaus sein kann das man selbst auch dreckig wird” nicht mehr überrascht. So haben auch die dazugehörenden Emotionen Heutzutage nicht mehr ganz die Kraft wie sie wohl damals Ende der 50ger hatte.

Das Besondere

Und obwohl man Geschichten wie diese schon hunderte Male gesehen hat, fällt es einem nicht schwer sich trotzdem diesen Film zu öffnen. Es sind die Charaktere und die Atmosphäre die auch heute noch begeistern. Und wie gesagt Wells liefert nicht nur was Regie betrifft eine Glanzleistung ab sondern meiner Meinung nach auch die beste Performence seines Lebens! Und obwohl der Film so einen pessimistisch, trostlosen Unterton hat konnte ich an vielen Stellen über die giftigen Kommentare richtig Lachen.

Was hätte man besser machen können

Eine Sache störte mich sehr, nämlich dass man Janet Leigths Figur nicht wirklich Drogen eingeflößt hat. Ich schätze das wäre für das damalige Puplikum zu viel gewesen. Aber es nimmt den Realismus aus dem Film raus. Keine Gangster würden nur eine Show veranstalten wenn sie schon die richtigen Mittel vorliegen haben!

Und eine eigentlich schöne Kamera Einstellung wo Heston und der Anwalt mit dem Wagen unter der Kamera wegfährt ist leider verwackelt. Hatte man da keinen 2. Take der besser ausgesehen hätte?

Bei einem Amateurfilm verzeiht man solche Schönheitsfehler, aber hey wir haben hier einen Wells!

Meine Lieblingsstelle

Wells betritt nach langer zeit Marlene Dietrichs Bar, und sie erkennt ihn nicht. Nachdem er ihr gesagt hat wer er ist sagt sie so was wie du siehst scheiße aus!

Die Stelle als die Mexi-Gang ins Zimmer von Janet Leight eindringt, kommt schön unheimlich.

Oder wie sie dann aus ihren Nicht-wirklich-Drogenrausch aufwacht und der erwürgte ihr mit seinen hervorgetretenen Augen direkt ins Gesicht starrt!

Fazit

Touch of Evil ist zurecht ein Klassiker des Noir Films, auf wenn die Thematik Heute nicht mehr so den Biss hat und auch teilweise sehr abgeschwächt wirkt hat der Film noch seinen Zauber. Wer an Filmgeschichte interessiert ist kommt nicht um ihn herum, und das liegt nicht nur an Wells XXXXXL Körpermaß!

Wertung

                                                       4,5 von 5 Punkte

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