Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Also da ich Gestern… öhhhm was sagt man da? Biopic kann man es in diesem Fall ja schlecht nennen… sagen wir- Filmopic über Jud Süss gesehen habe, erwachte in mir die Neugier das Original zu sehen um mich damit Filmhistorisch auseinander zu setzen.
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| Die Geschichte | Einem jüdischen Geschäftsmann gelingt es Einfluss bei einem deutschen Herzog sich zu erschleichen. Geschickt und skrupellos macht er sich immer mehr und mehr Macht und Geld zu eigen. |
| Die Figuren | Man darf sagen dass die Figuren durchaus gut gespielt wurden. Dass die jüdischen Personen leider allesamt vollkommen Seinseitig dargestellt wurden ist eben das Essenzielle aber leider auch der große Schwachpunkt des Films. Als unvoreingenommener Betrachter wünscht man sich eben einen differenzierten Blick auf die Charaktere. |
| Die Erzähl-Struktur | Auch Qualitativ ist der Film nicht so schlecht, er kann zwar nicht mit anderen frühen Deustchen Expressions Filmen so wie etwas Nosferatu, M oder Metropolis mithalten doch ein gewisses Gespür für Kamera Ästetik kann man nicht leugnen. |
| Aussage | Wenn der penetrante Rassenhass nicht so im Vordergrund stünde könnte man den Film als nette Parabel über Raffgier und Machtmissbrauch bezeichnen. Doch so wie er ist, ist er eben nur ein banaler Hetzfilm. |
| Das Besondere | Die Figur des Herrn Süss kann man getrost als hinterfotziges, berechnendes Arschloch bezeichnen, und genau die selbe Aussage kann man auch über die Macher des Film machen. Sie injizierten bewusst Hass in die bereits zornigen und noch blutenden deutschen Herzen in dem sie überall dort hin zielten wo es weh tut: Die Arbeiterklasse, die Reinheit der Ehe und noch vieles mehr wurde demonstrativ geschändet. Und das ganze mit Erfolg, und das ist schon was besonderes… was besonders Trauriges! |
| Was hätte man besser machen können | (Viel) Weniger Rassismus, und ich hätte mir so gewünscht dass wenigstens der alte Rabbi versucht hätte Süss zur Vernunft zu bringen. Wenn nur diese eine jüdische Figur Menschlichkeit und Vernunft gezeigt hätte, hätte das auch Seitens Göbbels Größe bewiesen und der Film wäre vielleicht Heute nicht verboten und wie halt auch Panzerkreuzer Poteomkin in der hintersten Ecke einer Videothek zu finden. |
| Meine Lieblingsstelle | Jetzt jegliche moralischen Bedenken außer Acht lassend muss ich sagen das der Schluss gut inszeniert wurde, von den Kameraeinstellungen den Stimmungsvollen Schneefall Beginn, wie gesagt ein gewisses Know How kann man den Künstlern die diesen Film verbrochen haben nicht abstreiten. Aber aus Pietätsgründen kann man bei einem solchen Film nicht von “Lieblingsstelle” sprechen. |
| Fazit | Ich hab wirklich versucht professionell und unvoreingenommen an den Film heran zu gehen, doch ehrlich gesagt der Nachgeschmack ist ziemlich grauslich! Dennoch bin ich nach wie vor der Meinung das es Grundsätzlich falsch ist Filme zu Verbieten! Bei solch Kontroversen Filmen sollte man dann halt keine Altersfreigabe, sondern eine geistige Reife Freigabe einführen. Aber ich bezweifle dass sich ein Intellektuell benachteiligter Skinhead sich Heute noch von Jud Süss begeistern lassen würde. Wäre ihnen viel zu langweilig. Tja sollte also ein extremer Hardcore Cineast welcher an das nötige Maß an Masochismus verfügt mal Interesse an einer erniedrigenden Filmgeschichtsstunde haben, man kann Jud Süss in voller Länge auf youtube finden. |
| Wertung | (großzügige) 2,5 von 5 Punkte |