Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Ah, ein neuer Kitano Yakzua Thriller sehr schön, da freue ich mich immer wenn der Meister in diesem Genre wieder was macht. Tja meine Erwartungen sind sehr hoch, bin gespannt ob er es noch drauf hat. Irgendwie habe ich ja die Befürchtung dass er die Klasse von Hana Bi, Sonatine oder auch Brother nach seinem längeren Ausflug in den Skurillo-Komödien Bereich nicht mehr erreichen wird. Aber mal abwarten und Sake trinken!
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| Die Geschichte | Der bis dahin latente Streit zweier Brüder kommt wegen einer Lappalie ans Licht. Es kommt zu Beleidigungen, darauf folgen Gewaltakte, auf Gewalt folgt Gewalt und so weiter… Klingt nach wenig Handlung… und so leid es ist auch so… |
| Die Figuren | Nicht nur dass es sich um einen nach Schema F ablaufenden Yakzua Film handelt, bleiben leider auch die Figuren platt und ohne Tiefe. Die Schaupieler sind zwar ganz nett, und haben tolle Gesichter, aber ohne Füllung nimmt man sie eben nur als bewaffnete Fleischstücke war die andere Fleischstücke erschießen. |
| Die Erzähl-Struktur | Die Cinematografie ist dafür sehr gelungen, hier merkt man das Know How. Der Film wird zwar unspektakulär aber souverän. Gelungene Kamerafahrten und stimmungsvolle Schnitte. |
| Aussage | Haha, wenn schon keine richtige Story vorhanden ist, wäre es doch ungewöhnlich (bzw. höchst erfreulich) wenn es doch eine brauchbare Aussage gäbe. Aber leider das einzige was man aus dem Film herausinterpretieren kann ist “Schließ dich nicht der Mafia an, da zahlst du nur drauf” |
| Das Besondere | Das ich selbst nach diesem Film mich noch mal über einen Kitano Yakuza Film freuen würde. Allerdings nicht mehr so wie ich es vorher getan habe. Und erwarten würd’ ich auch nicht mehr viel. |
| Was hätte man besser machen können | Siehe die Punkte: Geschichte, Figuren und Aussage. Des weiteren gibt es keine gescheiten bissigen Dialoge, es wird nur viel geflucht sonst nix. Auch die Gewaltszenen auf die Kitano wie man aus den Interviews erfahren kann recht stolz ist weil sie so ungewöhnlich sind und er darauf quasi den Film aufgebaut hat, sind ehrlich gesagt enttäuschend. Und ungewöhnlich sind sie auch nicht wirklich. Zahnbehandlung hab ich schon bei Old Boy gesehen und zwar besser, bei Marathon Man auch. Und der Genickbruch mit den Auto, ja ganz nett gemacht, aber schal! |
| Meine Lieblingsstelle | Definitiv die Erschießung des Aufreisser Jungen, die war wirklich gut inszeniert. In einer Einstellung, Junge nimmt im Zug platz, ein Typ der regelrecht nach Yakuza aussieht setzt sich neben ihn, Junge steht auf, Yakuza zieht Waffe drückt sie ihm wortlos in den Bauch, der Junge verharrt ein paar Sekunden setzt sich widerwillig auf seinen Platz zurück, Zug fährt in einem Tunnel, Bild ist dunkel, ein Schuss erhellt kurz das Abteil. Junge tot. |
| Fazit | Sagen wir es so, wenn der Film von einem Neuling Stammen würde oder einem Regiesseur der mir weniger bedeutet hätte ich mir wohl kaum die Mühe gemacht darüber eine Kritik zu schreiben. Tut mir leid, aber von Kitano bin ich einfach besseres gewohnt. Outrage war Hauptsächlich platt und karg. Die Inszenierung mancher Szenen, die Kameraarbeit und der Schnitt (welcher von Kitano selber übernommen wurde) konnte ein wenig von dem Produkt retten und es zumindest ansehlich machen. Aber grundsätzlich bin ich von dem Film sehr enttäuscht! |
| Wertung | (knappe) 3 von 5 Punkte |