Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Ah! Heute mal wieder einer meiner absoluten Lieblingsfilme am Programm. Der erste Film den ich seinerzeit von Jim Jarmusch gesehen habe, zur Primetime für Kunstfilme im TV, also um 2 in der Nacht, ich war sofort davon begeistert! Haha und ich erinnere mich dass ich von der “Heiligenschein Szene” schockiert war, ich hätte nie erwartet so etwas grausliches in diesem Film zu sehen, jetzt lach ich immer wie ein verrückter an dieser Stelle, ist ja auch zu komisch wie der Leiche das Blut aus der Nase spritzt!
|
|
|
|
| Die Geschichte | William Blake hat eine fast Ewig dauernde Zugfahrt hinter sich als er endlich in der aufblühenden Stadt namens Machine ankommt. Er ist dort weil er die schriftliche zusage hat dort als Buchhalter arbeiten zu dürfen. Allerdings ist die Stelle bereits vergeben und man gibt ihn zu verstehen dass er sich verpissen soll. Durch einen unglücklichen Zufall gerät er auf die Abschussliste seines “Fast-Bosses” und findet sich angeschossen und sterbend in den führsorglichen Händen eines Indianers wieder der ihm auf seiner letzten Reise begleitet, gejagt von 3 verrückten Kopfgeldjäger… |
| Die Figuren | Die Figuren sind zum Teil sehr skurril, aber genau das macht den Film nur umso interessanter, sei es der kaltherzige Fabriksbesitzer der seine Worte lieber an einen ausgestopften Bären richtet als an seine Unterwuckeln oder der schweigsame Kopfgeldjäger mit Zahnschmerzen der Menschenfleisch nicht verachtet oder die drei völlig gestörten Hillbillys die zwischen dem morden munter aus der Bibel zitieren. Kurz gesagt sehr gute Darstellung. |
| Die Erzähl-Struktur | Haupsächlich springen wir zwischen Jäger und Gejagten hin und her und das per typischen fade to black Übergängen. Viele Kamerafahrten sind wie die Frühwerke Jarmusch wieder schön Slow, was in diesem Film besonders gut rüberkommt da es Blakes sterben nur verdeutlicht und die Sequenzen schon fast Trance-ähnlichen Touch bekommen. |
| Aussage | Dead Man ist eine Filmische Rebellion gegen die Kaltherzigkeit von Bürokratie, Fließbandarbeit, die Vernichtung von Natur und Tierwelt begleitet von melancholischer Resignation, da das ganze im Endeffekt für die Fisch’ ist. |
| Das Besondere | Wenn man Jim jarmuschs andere Werke kennt würde man nie damit rechnen dass er einen solchen Badass Film macht. Normalerweise liefert er und Filme mit liebenswerten Charakteren und hier lässt er eine Freakshow auf uns los, das gepaart mit genialen Einfällen und ästhetischen Aufnahmen und die geile Neil Young E-Klampfen Musik darüber machen Dead man zu einem der, wenn nicht sogar DEN, außergewöhnlichsten Western aller Zeiten. |
| Was hätte man besser machen können | Man erfährt relativ wenig über Depps Figur. Mag sein dass diese Distanzierung beabsichtigt war, ich allerdings hätte gerne mehr Hintergrund Informationen über diesen Menschen gehabt. Schließlich begleiten wir ihn auf seiner letzten spirituellen Reise, da find ich ein paar persönliche Details nicht fehl am Platze! |
| Meine Lieblingsstelle | Vor allem gefallen mir einige Dialog Zeilen. “Ich kann dir das Metall des weißen Mannes nicht aus dem Leib schneiden es steckt zu tief, das Messer würde vielleicht in dein Herz schneiden und den Geist befreien der darin gefangen ist” “Dieser Revolver wird deine Zunge ersetzen, du wirst lernen damit zu sprechen, und deine Gedichte werden mit Blut geschrieben werden” wow bist du deppad sind das geile Zeilen. Oder auch wunderschön die Szene mit dem toten Reekitz, so traurig und sanft. |
| Fazit | In meinen Augen ist Dead Man Jim Jarmusch Bestes Werk, hervorragendes writing, frische Ideen, so neu fühlt sich selten ein Western an. Grandiose Regie, klasse Schauspieler und Score. Starker Film! Muss man einfach gesehen haben! |
| Wertung | 5 von 5 Punkten |