Cinematic Encounters ist eine Webserie über Perlen der Kinogeschichte. Wenn sie ein paar Geheimtipps brauchen, oder in Erinnerung schwelgen wollen, klicken Sie einfach mal rein!
| Erwartungen | Ich habe die Befürchtung dass mir der Film nicht sonderlich gefallen wird, von dem Material das ich bisher sah gehe ich davon aus dass es sich um einen jener Filme handelt der die Zuseher stundenlang mit einem abgefuckten Leben quälen wird und unbarmherzig demonstrativ auf schau mich an ich bin so arm macht und durch irgendetwas (sei es nun die Macht des Glaubens, der Liebe, beherzter Arbeit oder hilfsbereiter Mitmenschen) gibt es dann doch ein ekelhaft kitschiges Happy End…
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| Die Geschichte | Das Leben der jungen, extrem übergewichtigen, Precious ist ziemlich kaputt. Seit sie 3 Jahre alt war wurde sie von ihrem Vater missbraucht und von ihrer Mutter brutal tyrannisiert, sie ist inzwischen 16 und mit ihrem 2. Kind schwanger als sie von ihrer alten Schule geschmissen wird. Doch eine Alternativ Schule erweckt in ihr den Mut zu kämpfen. |
| Die Figuren | Sämtliche Charaktere sind sehr gut und vor allem glaubwürdig dargestellt, schön ausbalanciert auch das Innenleben von Precious und ihrer Mutter, beide haben gutes und schlechtes in sich, eine kluge Lösung den Vater nur “teilweise” zu Zeigen denn diese Figur in so einer Balance darzustellen wäre extrem schwer gewesen und hätte auch vom eigentlichen Thema des Films abgelenkt. |
| Die Erzähl-Struktur | Die Struktur ist eigentlich nicht sonderlich außergewöhnlich, relativ straight forward, und obligatorische Flashbacks und Voiceovers. Einzig die Fantasie-Sequenzen sprengen minimal den Rahmen (wer oft Scrubs sieht lässt sich da nicht so leicht beeindrucken) |
| Aussage | Nicht aufgeben und aus der Scheiße die man Leben nennt das beste machen. |
| Das Besondere | Der Film wirkt ehrlich, die Szenen mit der Mutter sind intensiv und glaubwürdig. Ganz toll wie erwähnt auch die Fantasie Szenen, immer wenn Precious in eine Situation gerät die sie seelisch nicht bewältigen kann träumt sie sich an einen schöneren Ort, ganz nach dem Motto “denk an was schönes” das selbe macht sie auch wenn sie sich in den Spiegel schaut, so sieht sie nicht ihr eigenes Spiegelbild sondern dass eines Mädchen die so aussieht wie sie es gerne tun würde. |
| Was hätte man besser machen können | Die Sache mit dem Spiegelbild hätte am Ende eine Callback Szene vertragen können in dem man Precious wieder sieht wie sie sich die Haare macht aber diesmal mit ihr im Spiegel, das wäre schön gewesen. (So hat man diese Selbstakzeptanz im Film leider nur als Voiveover) Und es wäre schön gewesen wenn etwas geschehen wäre was ich nicht schon erwartet hätte. |
| Meine Lieblingsstelle | Sehr gut fand ich die Abschlussrede der Mutter in dem sie die Maske fallen lässt, man empfindet so viel Verabscheuung für sie an dieser Stelle und fühlt trotzdem irgendwie mit ihr. |
| Fazit | Also ich muss sagen Inhaltlich trafen ALLE meine Vorahnungen ein, doch formal nicht. Der Film macht seine Sache gut, egal wie vorhersehbar, und auch das Ende ist zum Glück nicht kitschig, sonder gerade in dem Masse wo man noch sagt, ja, passt, kein Friede Freude Eierkuchen sondern eine dezente Brise Hoffnung im glaubwürdigen Rahmen. |
| Wertung | 4 von 5 Punkte |